sz_zittau • 30.dez.14

Fischhaus wird gesichert

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Zittau

Die Innere Weberstraße 44 soll vor Winterschäden geschützt werden. Konkrete Pläne zur Sanierung gibt es noch nicht.

Von Mario Heinke

B enjamin Pfefferkorn ist auf der Suche nach einem goldenen Fisch und einer Neonleuchtreklame aus den 1950er Jahren. Der Fisch und der Schriftzug „Fischhaus“ zierten viele Jahrzehnte die Fassade über den großen Schaufenstern in der Inneren Weberstraße 44. „Niemand weiß, wo sie abgeblieben sind“, erklärt der Berliner Architekt, der das denkmalgeschützte Gebäude derzeit sichern lässt. Die Leuchtreklame muss in den letzten 15 Jahren verschwunden sein, das lässt sich auf alten Fotografien erkennen.

Pfefferkorns Pläne sehen nun so aus: Zunächst werden das Dach und die Dachentwässerung ausgebessert sowie lose Teile von der Fassade entfernt. Die Stadt unterstützt die Sicherungsarbeiten mit Fördermitteln. Wie auch bei der Prinzenherberge auf der Neustadt 35 geht es dem Berliner zunächst darum, den fortschreitenden und besorgniserregenden Verfall zu stoppen. Erst wenn das Haus nicht weiter einfalle, könne er konkrete Sanierungspläne aufstellen und sich um die Finanzierung kümmern, erklärt der Architekt, der beide Häuser gekauft hat.

Das Eckgebäude Innere Weberstraße/ Poststraße ist besonders alt und wurde im Jahre 1884 im Zuge des Abrisses der Stadtmauer umgestaltet. Aus dieser Zeit stamme auch der wunderschöne, vor die Fassade gesetzte Ziergiebel in Richtung Hospitalplatz, erklärt Pfefferkorn. Im Internet weckte das Baugerüst bei einigen Zittauern die Hoffnung, dass jetzt die Sanierung beginnt. „Und wieder geht ein Licht an: Ein Haus wird wieder schön gemacht“, kommentierte ein User. Außerdem tauschten die User bei Facebook ihre Erinnerungen an den Fischladen aus. So schreibt ein Zittauer: „Meine Kindheitserinnerung an das Geschäft ist eine korpulente Verkäuferin in lila Kittelschürze, die vor meinen Augen einen Karpfen erlegt hat. Ich habe angefangen zu heulen, bin weggerannt und habe mich bei der Kirche versteckt, vor Angst. Muttern hat mich gesucht. Noch heute müssen wir lachen, wenn wir daran vorbei laufen.“ Ein anderer Zittauer erinnert sich daran, dass gleich am Eingang das Aquarium stand. Wie das Gebäude zukünftig genutzt wird, bleibt unklar.