Hauschronik
Sinnspruch:
Das Haus ist mein und doch nicht mein.
Der es nach mir hat… ist auch nicht sein.
Er wird’s dem dritten übergeben-
Und der wird es ebenso erleben.
Den Vierten trägt man auch hindurch.
Nun sagt mir doch, wes ist dies Haus ?
Wenn wir nachdenklich und mit offenen Augen durch unsere freundlichen lausitzer Dörfer wandern, so finden wir öftern manchen schönen Sinnspruch an der Hauswand. Es ist gewiß altes und schönes Brauchtum unserer Vorfahren, das den Vorübergehenden zum Nachdenken veranlaßt. Besonders der oben angeführte Sinnspruch redet zu jedem Hausbesitzer eine recht deutliche Sprache !
Nach alten Stadtplänen und Häuserverzeichnissen aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts teilte man die Häuser in Bierhöfe und Privathäuser. Von letzteren wurden nun wieder die Backhäuser besonders angeführt.
Aus den genannten Plänen lassen sich diese Backhäuser 300 Jahre und noch länger nachweisen.
So sind von alten Zeiten her in der inn. Weberstraße folgende sechs Bäckereien bis in die Mitte des… Jahrh. Noch im Betriebe gewesen:
Innere Weberstr. 8 Die Dreßlersche, diese war mindestens vier Generationen in der Familie Dreßler – besteht noch.
Inn. Weberstr. 10 Die Schulzsche Bäckerei, von Adolf Dreßler hinzugekauft und mit seiner Bäckerei vereinigt.
Inn. Weberstr. 28 Ecke inn.Weberstr.- Schneidelgasse (?), jetzt dem Glasermeister Arno Seibt gehörig war ein Backhaus und ist als solches im Stadtplan angeführt. Einer der letzten Bäckermeister hieß….
Inn. Weberstr. 36 Die ehemalige Lagersche (?) Bäckerei, z.Zeit Meister Hermann Döring gehörig.
Inn. Weberstr. 38 Die Sengerschenke (?) Hermann Martins Destillation war bis in die siebziger Jahre des vor. Jahrhunderts eine selbstständige Bäckerei – ein über 300 Jahre altes Backhaus. Der letzte Bäckermeister hieß Josef……jener reiche Mann, der neben seiner Bäckerei noch unlautere
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Geldgeschäfte tätigte. Der ehemalige Oberst vom 102 Inf. Regiment Freiherr von Melk fiel jenem Wucherer in die Hände. Der hochgeschätzte, von seinen Soldaten geliebte Oberst, ein Duzfreund von König Albert und Adjutant des Prinzen Georg sah sich vor Schulden keinen….. mehrt und erschoß sich im Jahre 1880. Fr.v. Melk hatte schon 1849 in Schleswig und die folgenden Kriege gekämpft, er war Inhaber zahlreicher hoher Orden. Seine Ruhestätte befindet sich auf dem Frauenkirchhofe an der Mauer des mittleren Durchganges zum … Kirchhofe linke Eckstelle. Ein großes eisernes Kreuz auf hohen Sandsteinsockel bezeichnet sein Grab, Seine Inschrift lautet: „Wachet und betet“! –
Inn.Weberstr. 42 ist noch zu nennen die Kretschmarsche Bäckerei. Vorher Höntsch (?) Diese hat einen Ausgang nach der Poststraße, dem früheren Zwinger. Dort hat früher ein Haus gestanden, dessen Wirt Ullrich hieß. 1828 abgebrannt und vom damiligen Bäckermeister ? hinzu gekauft und zu einem Gärtchen hergerichtet wurden. Ein Ausgang nach der Promenade bezeichnet die Stelle des Ullrichschen (?) Hauses. – Erwähnt sei noch, das die Häuser von Grundnummer 36 bis Fischhändler Perliek – ist ein kleiner Bierhof- bei der Beschießung der Stadt durch die Osterreicher – am 23. Juli 1757 nicht betroffen worden sind. –
Nach dieser Vorrausschickung kehren wir wieder zurück zum alten, bis 1543 bekannten (?) Backhaus inn.weberstr. No.36 Ortslistennummer 304 neue Grundbuchnummer 461 468 alte
Flurbuchnr. 533 A alte Nr. 336 x 337 neue Nr. ……. ?
Es folgen die Besitzer namentlich, soweit solche zu ermitteln sind:
1543 ? Bogner
1567 zu Neujahr Georg Schneidt vertauscht wahrscheinlich mit Hanneß Kennler
1578 Hanneß Kennler
dieser war Ratsherr in Zittau von 1583-1599
weiter unten folgt ein Nachkomme von ihm
1613 1.Februar Johann Junge x 400 Zitt.Mark
1626 20.Juli Martin Hörn 700 Zitt.Mark
? Martin Bergmann ?
1633 11. Mai ? Schurich ( ein schlimmes Jahr des 30 jähr. 450 „ „
? für Zittau, die Preise waren gefallen !
Zittauer Mark sind 56 kleine Groschen, von 1700 an wurde die Thaler währung eingeführt
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1646 10. Oktbr. Johann Haufert bezahlte den Preis von 525 Zi.Mark
1767 Magister Valentin Kennler 700 Zi.Mark
Mag. Kennler war Pfarrer in Hirschfelde 1641, ist später als Emeritus nach Zittau verzogen und hat das Haus seiner Väter (Großvater?) vielleicht gerade verkäuflich geworden, wieder erworben. Er verstark im Jahr 1681 nach …? und wurde am
1681 11.Nov. Von Johannes Friedrich, Bäckermeister gekauft für 1050 Zitt.Mark
? Held Bäckermstr. weitere Vorbesitzer sind nicht zu ermitteln über den Besitzer Held. Von 1681 an sind weitere Besitzer des gedachten Grundstücks nicht zu ermitteln, die Akten sind beim Brande am 23. Juli 1757 vernichtet, Schoß und Wachsbücher (?) (Flurbücher ) nach 1757 sind nicht mehr vorhanden, andere Ausfzeichnungen lassen sich nicht auffinden, daher die Lücke bis zum Jahr 1831 nach dem nun eingerichteten Flurbuche.
1831 10. Oktober Karl Gottlieb Nicolaus, Bäckermeister 1700 rs. (Thaler)
1852 6.Februar Friedrich Wilhelm Zwochr (?) 3700 rs.
1887 22. April Paul M. Almin Caspar 28000 Mark
1916 4. Aug. Gustav Hermann Dring 51500 Mark
einschließlich Zubehör 6500 M.
Einiges über das Zunftswesen in der Stadt Zittau, im Besonderen der Bäcker: – Es sind nur Bruchstücke vorhanden, alte Zunftatikel sind 1608/1757 durch Brände vernichtet. Das Zunftwesen war schon im 13.Jh. Eingeführt. Aber erst im 14. und 15. Jahrhundert haben sie sich recht ausgebildet und die große Bedeutung erlangt; die Zünfte wurden eine Grundlage des Bürgertums. – Zuerst schlossen sich immer die Gewerbe in Zünfte zusammen, welche die notwendigsten Kleidungsstücke daboten und die ersten Lebensbedürfnisse lieferten: Die Tuchmacher,
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die Schumacher, die Fleischhauer, die Bäcker. Erst später folgten die anderen Handwerker dem Beispiele der Genannten. Bei Aufzügen der Zünfte gab es eine genaue Rangordnung, bei diesen bildeten die Erstgenannten die Spitze des Festzuges. – Anfangs nur zum gemeinsamen Schutze der Mitglieder gestiftet, wurden sie doch auch bald zur Wohlfahrt des Ganzen bedeutsam, bei diesen Einrichtungen vervollkommten sich die Arbeiten.
Nach dem letzten großen Brande von 1757 haben die Bäckermeister (?) und ihre Artikel … 1760, diese wurden 1785 …..?
Im Jahr 1619 begann unter dem Ratsherren Christoph Glitz und Bartholom. Denke die wöchentliche, nach den….? wechselnde Gerichtstag. Diese wurden von Zeit zu Zeit bekannt gemacht. –
Die Bäcker hatten im Jahr 1619 einen großen Streit mit den Mehlhändlern, ebenso 1685 die Bäcker mit den Pfefferküchlern, die zur Bäckerinnung gehörten – ebenfalls mit den Müllermeistern.
Um diese Zeit wollten sich die Müller von den Bäckern sondern und der Streit entstand damit, daß die Küchler 1/3 aus der Lade heraus haben wollten, die an Mitgliedern stärkste Zahl der Bäckermstr. lehnten dieses Ansinnen ab, da wanderten alle Gesellen nach Ullersdorf (?) aber der Rat ließ sie zurück rufen und steckte sie in den Turm, östlich vom böhmischen Tore. Diese Maßnahmen wegen Wiedersetzlichkeiten der Gesellen mußte der Rat öftern treffen, sie wurden in den Turm gesteckt.-
Zu dem Wunsche freien Brotes ( d.i. Conkurrenz der Dorfbäcker ….?…. oft Veanlassung gehabt. 1370 und 1408 war der Wunsch erlaubt (?) gewesen und am 3. Februar 1620 bat die Stadt darum.- Nach heftigen Streite versprachen die Bäcker, jeden Sonnabend je drei mal Brot, auch reines Rogenbrot auf den Markt zu bringen. Am 23. Oktober 1623 vereinigten sich die Bäcker, außer Sonnabends nur die Hälfte zu backen. Als im Winter 1685 eine große Mahlteuerung eintrat, ließ man alle Bäcker zugleich backen. Es kamen wegen der großen Teuerung auch die Landleute in die Stadt, um Brot zu kaufen.-
Konditoren und Schweizer(?)bäckereien hat es schon in alten Zeiten gegeben; die Feinbäckereien gehören der neueren Zeit an. ( …. II 7. 1837)
Aber die Chronik erwähnt schon im Jahr 1629 einen Kuchenbäcker mit Namen Michael Behns.-
Zuweilen veranstalteten die Bäckermeister, und Gesellen Feste mit Umzügen, so im Jahre 1752, bei einem Herberge Wechsel (?) wurde ein riesengroßer
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Striezel herumgetragen. Die Gesellen hatten einen Willkommensbecher in ihrer Lade (?).-
Das Braugewerbe, …?…genannt wurde bald nach der Stadterhebung 1255 durch König Ottokar II. Von Böhmen den Bürgern verliehen und bildete Jahrhundertelang den Hauprernährungszweig der Bürger. So entstanden die Bierhöfe in der inneren Stadt und die Braubürger bemühten sich nur Qualitätsbiere zu erzeugen. Sie wurden bald bekannt und auch berühmt in der Nähe der Stadt und weit darüber hinaus. Die Ausfuhr erstreckte sich nach Breslau und andere Städte in Schlesien, weiter nach Prag und Böhmen hinein. Das Braugewerbe stand bis in die Zeit des 16. Jahrh. In großer Blüthe, auch später noch brachte es reichlichen Gewinn. Die vorzügliche Güte der Biere, der Mangel an Kaffee, der Umstand, daß in weiter Umgebung der Satdt keine Brauereien sein durften, brachte den Bierhofbesitzern so großen Umsatz.
Um 1540 zählte man in Zittau 193 Bierhöfe, die….? jährl. 6 Weizen…? 2 Märzenbieren brauen durften. Halbe Brauhöfe mußten sich mit 4 Weitzenbieren – ist ein leichteres Bier, sogenannntes Tränkebier, begnügen. Wer einen Bierhof besaß, war schon dadurch geborgen, er bedurfte im Grunde genommen, keine andere Einnahmequelle oder Verdienst. In Bautzen z.B. war jeder andere Erwerb verboten. – Wer in jener Zeit genügend Kapital besaß, kaufte sich einen Bierhof.- Die brauberechtigten Bürger hatten von der Stadt Privilegien, so z.B. erhielten die großen Bierhöfe jährlich 18 Klaftern 9/4 langes, die kleinen Bierhöfe 4 Klaftern, davon auch hartes Holz aus den großen ausgedehnten Waldungen der Stadt. Erst im 17.Jahrh. wurde der …? auf 6/4 herabesetzt. Die Besitzer der Bierhöfe erhielten das Holz unentgeltlich aus den Zittauer Forsten. Weiter wurde dem Bierhofbesitzern ein Stück Acker, 4 Scheffel groß
( In HYPERLINK “https://de.wikipedia.org/wiki/Sachsen” Sachsen hingegen war im Jahr 1781 ein Saatscheffel 2.767 Quadratmeter groß. Außerdem gab es in Sachsen zwei weitere Scheffel-Flächenmaße: Landscheffel = 27,7 m², Straßenscheffel = 39,4 m². )
und 1 Wiese im Umfang von 2 Mahder
( vielleicht HYPERLINK “https://de.wikipedia.org/wiki/Mannsmade” Mannsmahd
die von einem Mann an einem Arbeitstag abzumähende Wiesenfläche
34,07–47 a)
Ganz überlassen, um das Braugewerbe stets ertragreich zu gestalten.
Es waren im 18. Jahrh. Noch 108 große und 134 kleine Bierhöfe vorhanden.
In der furchbaren Beschießung der Stadt vom 23. Juli 1757 wurden allein 104 Bierhöfe ein Raub der Flammen. Im 18. Jahrhundert ist im Braugewerbe vieles geändert worden. Der wirtschaftliche Aufstieg der Stadt, die zunehmende Industrie und das nicht mehr zeitgemäße Brauen in nicht geeigneten Räumen, die allgemeine Verbesserung im gesamten Braugewerbe der Neuzeit suchte man damit abzuhelfen, daß man das Bierbrauen gesellschaftlich in die Societätsbrauerei umzuwandeln. Das geschah im Jahr 1835. Bestehen blieb nur die Sonderbrauerei mit ….. ? heute in den Händen des Braumeister Jentsch.
Die Besitzer der Bierhöfe wurden durch Ablösung Aktionäre d. Societätsbrauerei.
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Es soll noch berichtet werden über die vielen Leiden und Nöte die unsre Vorfahren durch Kriegsdrangsale, furchbare Brände … verheerende Krankheiten zu ertragen und zu erdulden hatten. Die großen Brände, die sich in kurzen Zwischenzeiten wiederholten hatten ihre Ursache in der Bauweise der Häuser, die aus Holz und Fachwerk errichtet wurden. Ein Haus war gewöhnlich 60 Ellen lang (Elle: 0,566 38 Meter) und in mehrere Giebel mit je einer Brandmauer versehen, eingeteilt, diese Giebel waren an der Front schmal, hatten aber große Tiefen. Die Zusammen…. ?
Dächer der schmalen Häuser bildeten bei ausbrechenden Feuer die größten Brandherde, so daß ganze Straßenzüge öfters durch Feuer vernichtet wurden.-
Bals nach der Stadterhebung 1255 brach ein großer Brand i.J. 1359 aus und vernichte größtenteils die Stadt, sie war 100 Jahre alt. Man baute immer wieder auf, aber 1372 in der Kreuzwoche ( ist damit vielleicht die Karwoche gemeint ? )
verzehrte ein Großfeuer fast die ganze Stadt. – Am 15. Julki 1422 kam in der Webergasse Feuer aus und griff weit um sich. Die Webergasse brannte ganz nieder, ebenso das Dach der Johanniskirche, der Kreuzkirche, die Schule und öffentliche Gebäude der Stadt. Die Vernichtung der Stadt war so groß, daß man von Frauentor bis Webertor sehen konnte. Weiter entstand ein umfangreicher Brand 1455, der das Bautzener Viertel einäscherte.-
Der Zittauer Rat erlaubte immer wieder den Häuseraufbau aus Holz und Fachwerk, die großen ausgedehnten Waldungen ließen eine Unterstützung an die Abbrändler zur unentgeldlichen Abgabe von Bauhölzern auch zu.-
Ein neuer Brand wütete am 22. Juli 1473 auf der Neustadt, verursacht von einem Dienstmädchen; es brannte das Frauenviertel ab zwischen Kloster und Frazuentor und Kirche. Es brannten die Dächer der Kreuz und Frauenkirche, und bei damaliger großer Trockenheit das Getreide der Komturfelder bis unter dem Eckartsberg.-
Im Jahr 1526 verbrannten nach gedungener Anlegung 27 Giebel und das Frauentor. Der Brandstifter Hübner wurde 1528 gevierteilt.-
Weiter wüteten große Brände 1566 und 1585 in der Fleischer – Reichenberger,Weber und Juden (Wethiener) straße dem Mandauischen Berge und in der Weitzengasse – (ist) innere Oybiner Straße.
Ein furchbarer Branbdtag war der 5 August 1585, als auf der Hintergasse ( heute Lindenstrasse) bei Paul Fritsche Feuer auskam. 153 Wohnhäuser ohne die….. ? Unde Malzhäuser verzehrte die Feuersbrunst. Es fanden 12 Personen den Tod darin. Auf höhere Verordnung durfte ein Straßenteil nicht
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mehr aufgebaut werden. Zu dauernden Erinnerung an den furchbaren Brand wurde es „der Plan“ genannt. Dieser ist bis heutigen Tag sichtbar. Von der Bautzener Str. rechts nach Norden gelegenne offene Platz von der Butterhandlung bis zur Lebensmittelhandlung ( das angeschlossene Eckhaus entstand später ) ist der soge. Plan.-
Der Anfang des 17. Jahrhunderts war eine recht traurige Zeit, auch für unsere Stadt. Die Pest, die vom Jahre 1599 kaum erloschen brach öfters aufs neue aus. Verheerende Brände, riesige Stürme, große Dürre, damit verbundene Teuerungen, sehr strenge Winter, hatten die Bewohner zu erdulden, erst um 1616 kamen ruhige und nahrhafte Zeiten, aber schon war 30 jähr. Krieg in Sicht.-
Doch immer wieder wurde Zittau von furchbaren Bränden heimgesucht. Der schrecklichste Brand, den Zittau je erlebte, war der vom 7.Juni 1608, wo drei viertel der Stadt zugrunde gingen. Es kam auf der neustadt beim Bierhofbesitzer und Bürger Christian Scholand aus, er ward als Brandstifter verdächtigt, allein die Schuldigen entdeckte man Jahrelang später. Sie wurden mit glühenden Zangen zerrissen, ein dritter Brandstifter – Siegmund von Schwarnitz (?) wurde in Bautzen, auch wegen anderer Verbrechen zu Tode ge….(?).-
Binnen der schrecklichen Brände brannten 500 Häuser, darunter allen 84 Bierhöfe ab. Drei Menschen kamen dabei ums Leben. Gerettet geblieben 160 Häuser, die Kirchen, das Gymnasium und 33 Bierhöfe. Durch käißerliche Steuererlasse auf 5 Jahre, durch Abgabe von 22000 Stämme aus unseren Wäldern, wurde den Abbrändlern wieder aufgeholfen; man führte auch mehr und mehr die massive Bauweise ein, bei den Giebeln verblieb es, die Brandgefahr von Dach zu Dach blieb bestehen.
Brände während des 30 jähr. Krieges und aus den Jahren 1658 und 1669 nahmen für die Stadt einen günstigeren Verlauf.-
Aber noch einmal sollte für unsere Stadt eine schwere Leidenszeit anbrechen.: Es ist die schon erwähnte Beschießung der Stadt durch die Österreicher vom 23. Juli 1757. Mit dieser nutzlosen Beschießung wurde der Stadt und ihren Bewohnern ein furchtbares Unheil zugeführt. 547 zum Teil prächtige Häuser am Markte und in der oberen Stadt, die Johanniskirche , die andern Türme der Stadt, die erst neugebaute Sonne, das Rathaus u.s.fort. Der Chronist berichtet davon, daß jede 5. Kugel glühend gewesen und auch gezündet hat. Der Gasthof zum Stern hat zuerst gebrannt; von der ganzen Stadt verblieben nur 138 – meist kleine Häuser erhalten. Von 104 Bierhöfen blieben nur 6 übrig ! Die Häuser der unteren Stadt blieben stehen. 73 Personen büßten dabei ihr Leben, darunter die Witwe des verstorbenen Bürgermeisters Dr. Günther mit 14 Kindern und Enkeln.
Pescheck(?) II.7. Seite 629 schrieb wörtlich:
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„Der Jammer derer, welche Tags darauf händeringend am Schutte ihrer Häuser standen, deren Wohnstätte manche kaum wiedererkannten vermag keine Feder zu beschreiben.“ Dies war die letzte Prüfung, die der Stadt durch Brandschäden zugrfügt wurde. – –
Zu erwähnen seien die schrecklichen Pestjahre von 1463, 1475 und 1483, wo täglich dreißig und mehr Menschen starben. Weitere Pestjahre waren 1508/1509, 1521, 1555. Dann trat die Pest 1599 gewaltig auf, es starben 30 – 80 Menschen täglich, ein furchbares Elend war in dieser Zeit über die Menschheit gekommen, ganze Familie wurden von ihr dahingerafft !
Die Pest machte vor keinem Stande und Geschlecht halt. Jung und Alt erlagen der Krankheit, die Stadt und umliegenden Dörfer wurden entvölkert. – Furcht, Entsetzen, Kummer und Leiden brachten diese Zeiten mit sich; die leiden des Mittelalters sind für unsere Vorfahren doch furchbar gewesen.-
Eine schwere Zeit war für Zittau die Kriegszeit, angefangen vom Hussitenkriege von 1425 – 1460, der dreißigjährige von 1618 – 1648, der siebenjährige von 1756 – 1763. Ihm folgte der barische Erbfolgekrieg 1778/79 und von 1806 bis 1815 fanden die Befreiungskriege statt. In all diesen Kriegszeiten hatte Zittau viel zu leiden. Verwüstungen, Brände, Rauben, Plündern, Schändungen. Man denke an den Schwedentrank der fremden Soldaten – die Leiden nahmen kein Ende.
Dazu werde der Stadt Kriegskontribitionen auferlegt. – Dies geschah noch im Kriege von 1866. Wie oft mußten unsere Bürger zu den Waffen greifen, teils zur Selbstverteidigung, oder um alte Raubburgen zu zerstören, Handel und Verkehr störten auf Zittauer Handelsstraßen nach Böhmen. Stets waren solche Waffengänge mit Verlust von Menschenleben zu beklagen.-
Wenn nun der Psalmist singt: Ich denke der alten Zeiten und der vorigen Jahre 77,v.6, so liegt für uns kein Grund vor, unsere Vorfahren zu beneiden und etwa von guten alten Zeiten zu reden ?! Ist es nicht so ? –
Durch unermüdlichen Fleiß unsere Bewohner im Handel und Handwerk, gepaart mit der größten Sparsamkeit und nie erlahmender Ausdauer, geschützt durch die Zünfte mit ihren Privilegien, Steuererlasse in besonders schlimmen Zeiten, Unterstützungen anderer Ar. Aus den Lande und von der Stadt, nur so war es ihnen möglich, daß unsere Vorfahren nach Jahren immer wieder sicher (?) arbeiten konnten und mit der Zeit zu Reichtum und Wohlstand gelangten.
31.01.1936 für Hermann Döring
Zittau, den 20. Januar 1936
zusammengestellt von Hermann Hering (Henning?)
transkribiert im Februar 2021 von Tobias Lange











